Aktiv Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen

Einer der wichtigsten Risikofaktoren, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ist die Arteriosklerose. Allein durch das Älterwerden schreitet die Verkalkung unserer Gefäße voran. Weitere individuelle Faktoren vergrößern das Risiko für eine lebensgefährliche Erkrankung: Bluthochdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes), Übergewicht oder eine Fettstoffwechselstörung mit erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie), ebenso Rauchen, Stress und Bewegungsmangel.

„Mit diesen Risikofaktoren steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Gefäßwände verkalken und sich schließlich ein Blutgerinnsel bildet“, sagt der Internist Dr. Reinhold Lunow. „Löst sich ein solches Gerinnsel und wandert mit dem Blutstrom, verstopft es irgendwann ein Herzkranzgefäß oder eine Hirnarterie.“

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Sind die Herzkranzadern (Koronargefäße), die das Blut zum Herzmuskel bringen, verengt, verliert das Herz an Leistung. Bei vollständigem Verschluss kommt es zum Herzinfarkt (Myokardinfarkt) „Der Herzmuskel kann nicht mehr richtig arbeiten. Es herrscht Sauerstoffmangel, in dessen unmittelbarer Folge Herzmuskelgewebe abstirbt. Ein Zustand akuter Lebensgefahr“, so Dr. Lunow.

Auch beim Schlaganfall (sog. apoplektischer Insult, Apoplex) kommt es zu einer Verengung bzw. einem Verschluss in einem Gehirngefäß durch eine Thrombose oder Embolie. Hier liegt die Ursache oft in Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), die für einen gestörten Blutfluss im Bereich des linken Vorhofs des Herzens sorgen. Wie beim Herzinfarkt wird auch beim Schlaganfall der Bereich hinter der Verschlussstelle von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Auch hier herrscht akute Lebensgefahr.

Außerdem ist der Schlaganfall einer der wichtigsten Faktoren für eine Langzeitbehinderung. Als Experte für Diagnostik und Vorsorge und ärztlicher Leiter der Praxisklinik Bornheim nahe Köln und Bonn rät Dr. Lunow frühzeitig zu vorbeugenden Maßnahmen: „Mit der richtigen Vorsorge kann man das persönliche Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken. Voraussetzung dafür ist ein gründlicher Check-up, um persönliche Risikofaktoren zu erkennen.“

So schützen Sie Herz und Gehirn vor dem Infarkt

- Rauchen Sie nicht!
Rauchen fördert Arteriosklerose und schädigt daher die Gefäße im gesamten Organismus. - Trinken Sie Alkohol nur in Maßen!
Ein Glas Wein oder Bier pro Tag mag erlaubt sein und kann einen positiven Einfluss haben. Regelmäßiger Alkohol, zumal in größeren Mengen ist ungesund. Nehmen Sie an mehreren Tagen pro Woche gar keinen Alkohol zu sich. - Achten Sie auf Ihr Gewicht!
Übergewicht steigert den Blutdruck, führt zu Diabetes und erhöhten Cholesterinspiegeln. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt deutlich. - Ernähren Sie sich gesund!
Kochen Sie frisch und greifen Sie auf fettarme Lebensmittel und und gesunde Fette (z.B. Olivenöl, Rapsöl) zurück. Vermeiden Sie gehärtete Transfettsäuren (v. a. in Fertiggerichten, „Junk-Food“). Empfehlenswert ist Fisch (z. B. Lachs, Forelle), der besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Essen Sie viel Obst und Gemüse. Viele darin enthaltene Nährstoffe wie Kalium, Folsäure und Antioxidantien schützen vor Schlaganfall und Herzinfarkt. - Meiden Sie Salz!
Durch weniger Salz beugen Sie Bluthochdruck vor. - Trinken Sie viel!
Vor allem Wasser und Saftschorlen. Verzichten Sie auf zuckerreiche Limonaden und Fruchtsäfte. - Vermeiden Sie Stress!
Chronischer Stress belastet den gesamten Organismus und macht krank. Zur Vermeidung von Herz-Kreislauferkrankungen sollten Sie für regelmäßige Entspannungsphasen und ausreichend Schlaf sorgen. - Nutzen Sie medizinische Vorsorge-Angebote!
Beginnen Sie frühzeitig mit regelmäßigen Check-up-Untersuchungen. Ihre persönlichen Risikofaktoren werden identifiziert und Sie können rechtzeitig gegensteuern.

Mit Bewegung und Sport gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

Neben gesunder Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen schützt regelmäßiges Training vor Herzinfarkt und Schlaganfall und stärkt Kreislauf, Stoffwechsel und Organe. Nur gelegentliche Bewegung reicht nicht aus. Für das Training sollte man ein paar Regeln beachten:

- Beginnen Sie langsam!

Wählen Sie eine sportliche Betätigung, die Ihnen angenehm ist. Steigern Sie die Dauer nach und nach. Beispiel: Gehen Sie in strammem Tempo zu Beginn fünf bis zehn Minuten ohne Pause und verlängern Sie Ihr Pensum jeweils um fünf Minuten, solange Ihnen dies nicht zu anstrengend wird.

- Planen Sie regelmäßiges Training!

Seien Sie jeden Tag mindestens 30 Minuten körperlich aktiv. Noch besser: Bewegen Sie sich bis zu 60 Minuten täglich. Kombinieren Sie verschiedene Übungsarten: Dehnübungen, Ausdauertraining und Krafttraining. Wärmen Sie sich zu Beginn immer auf. Zum Ende hin lassen Sie die Belastung schrittweise ausklingen.

- Bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Tagesablauf ein!

Auch wenn mal nicht die Zeit für Sport bleibt, bietet Ihnen der Alltag viele Möglichkeiten, Ihren Organismus zu trainieren: Wer im Garten arbeitet, Treppen steigt, zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, bringt seinen Kreislauf in Schwung und verbraucht überflüssige Kalorien.

„Um Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen, ist es wichtig, regelmäßig gesunden Sport zu treiben“, empfiehlt Dr. Lunow. „Wer länger nicht trainiert hat, älter als 45 Jahre ist oder an einer chronischen Krankheit leidet, sollte vor dem ersten Training einen Gesundheits-Check-up machen samt Belastungs-EKG und einer Herzultraschalluntersuchung (Echokardiografie).“

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