Gicht - quälender Gelenkschmerz lässt sich stoppen

20 % der Bevölkerung haben einen erhöhten Harnsäurespiegel und sind damit gefährdet. 80 % der Erkrankten sind Männer. Ein neues Medikament auf dem Markt kann den Harnsäurespiegel effektiv senken.

Harnsäure entsteht im Stoffwechsel aus "Purinen". Diese Substanzen sind in fast allen Lebensmitteln enthalten. Produziert der Organismus zu viel Harnsäure oder, was meistens der Fall ist, wird über die Niere zu wenig Harnsäure ausgeschieden, kommt es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Die Deutsche Gicht-Liga hat herausgefunden, dass hierzulande über 1 Million Menschen betroffen sind.

Der große Zeh ist meist als erster betroffen

Zu Beginn einer Gichterkrankung lassen sich für einige Jahre erhöhte Harnsäurewerte im Blut nachweisen. Schmerzsymptome in den Gelenken finden sich dabei noch selten.

Dann erfolgt der erste akute Gichtanfall. Dabei sind bereits so viele Harnsäurekristalle im Gelenk abgelegt worden, dass die Flächen zu reiben beginnen. Beim ersten Gicht-Anfall ist meist das Gelenk der großen Zehe betroffen. Häufig sind nachts die Grundgelenke der Zehen und des Daumens beteiligt. Die Gelenke sind rot, geschwollen und sehr schmerzhaft. Auch Fieberanfälle kommen vor.

Ist die Harnsäurekonzentration im Blut dauerhaft zu hoch, lagern sich die winzigen Harnsäurekristalle in Gelenken, Sehnen, Haut oder Nieren ab. Die Folgen sind schmerzhafte Entzündungen und Gicht-Attacken.

Im dritten Stadium wird die Gicht zur chronischen Erkrankung mit lang anhaltenden Gelenkschmerzen und starken Deformationen.

Faktoren, die das Gicht-Risiko erhöhen:

  • ererbte Neigung
  • Bewegungsmangel
  • ungünstige Ernährung: viel Fleisch, Zucker (Fruktose) und Alkohol
  • Übergewicht
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes

Die Gicht trifft vornehmlich die Gelenke. Bei Gichtpatienten ist zusätzlich auch das Risiko für einen Schlaganfall um 71 % erhöht und das für einen Herzinfarkt sogar um 82 %. Auch die Nieren können geschädigt werden.

Die Ernährung hat geringeren Einfluss auf eine Gichterkrankung, als bisher gedacht

Wissenschaftler der Universität Otago/Neuseeland haben im Oktober 2018 an 16.760 Personen den Einfluss der Ernährung auf den Harnsäurespiegel untersucht. Wenn auch einige "problematische Lebensmittel" gefunden wurden, so war doch der Effekt der Ernährung wesentlich geringer als bisher vermutet: Mit einer Diät ließ sich der Harnsäurespiegel im Schnitt nur um 1% senken.

Auch Medikamente können das Gichtrisiko erhöhen

Eine britische Studie hat ergeben, dass als unbedenkliche Medikamente sich Kalziumantagonisten (Verapamil, Amlodipin, Nifedipin) und der ATl-Blocker Losartan herausgestellt haben. Wer an Gicht oder erhöhten Harnsäurewerten leidet und gleichzeitig einen zu hohen Blutdruck hat, für den ist es wichtig, welche Blutdrucksenker er einnimmt. Denn die meisten Blutdrucksenker erhöhen gleichzeitig auch Ihren Harnsäurespiegel und steigern Ihr Gicht-Risiko.

Ein neuer Wirkstoff könnte die Gicht-Therapieerfolge verdoppeln

Um den Harnsäurespiegel zu senken, wird derzeit vor allem der Wirkstoff Allopurinol verschrieben. Er hemmt im Körper das Enzym, das Purine zu Harnsäure umwandelt. Wenn Allopurinol nicht ausreicht, kann es mit einem weiteren Wirkstoff kombiniert werden: Benzbromaron. Er erhöht die Harnsäureausscheidung. Bei einer geschwächten Niere (Niereninsuffizienz) darf er jedoch nicht eingenommen werden.

Es kann allerdings sein, dass auch Allopurinol vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird und so weniger wirksam ist. Hier kann der neue Wirkstoff Lesinurad eine deutliche Verbesserung mit sich bringen. Er steigert ebenfalls die Ausscheidung von Harnsäure und kann auch bei einer leichten bis mittleren Nierenschwäche angewandt werden.

Während zwei großen internationalen Studien sank bei den mehr als 1000 Gichtpatienten der Harnsäurewert allein mit Allopurinol um etwa 25 % ab. In Kombination mit Lesinurad konnte die Erfolgsrate auf 55 % gesteigert werden!

Gefährdete oder Betroffene von Gicht können selbst zur Linderung beitragen

  • Lebensmittel die den Harnsäurespiegel erhöhen, wie Fleisch und Wurst, Süßigkeiten, zuckerhaltige Limonaden, alkoholische Getränke sollten gemieden werden
  • Lebensmittel wie Getreideprodukte, Obst (Ausnahme: Zitrusfrüchte) und Gemüse können ohne Bedenken konsumiert werden
  • Hülsenfrüchte, Spinat, Kartoffeln, Pilze, Nüsse, Kürbis und Sonnenblumenkerne, Eier, Milchprodukte können in kleineren Mengen oder hin und wieder verzehrt werden
  • Fleisch sollte nicht mehr als zwei kleine Portionen (jeweils etwa 150 g) pro Woche gegessen werden. Mageres Geflügelfleisch und Geflügelwurst sind dabei zu bevorzugen. Sehr schädlich dagegen sind Innereien und fettes Fleisch (auch fettes Geflügel von Gans und Ente).
  • 2 Liter Flüssigkeit pro Tag ist die Mindestmenge, um die Nieren zu unterstützen. Empfehlenswert sind Wasser und ungesüßte Kräutertees statt zuckerhaltiger Limonaden. Kaffee ist bedingt empfehlenswert, allerdings senkt er sogar den HarnsäurespiegeL
  • Übergewicht sollte abgebaut werden. Beim Abnehmen ist dabei aber unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß zu achten denn sonst wird auch Muskelmasse abgebaut. Das nämlich setzt Purine frei, die wiederum einen Gichtanfall auslösen können.
  • Regelmäßige Bewegung hilft Gelenkentzündungen schneller abklingen zu lassen, auch wenn gichtbedingter Gelenkschmerzen Bewegungen strapaziös machen.

Home Kontakt Impressum Sitemap Glossar Suche Facebook Englisch

TOP

Gesund­heits­check in Zeiten des Coron­avirus

Bin ich ein Risiko­patient? Ist mein Immun­system intakt?

Die Sterblich­keits­rate bei einer Infektion mit dem Corona­virus ist vor allen Dingen vom Alter abhängig, aber auch jüngere sind gefähr­det, wenn sie nicht aus­reichend behandelte Vor­erkran­kungen oder ein schwaches Immun­system haben.

Wir können im Rahmen des Gesund­heits­check mit einem Anti­körper­test über­prüfen, ob Sie bereits eine unbemerkte Infektion durch­gemacht haben und deshalb immun gegen das Corona­virus sind.

Durch ver­schie­dene Blut­unter­suchun­gen (Im­mun­globu­line, Impf­titer und Lymphozyten-­Typisierung) wird Ihr Immunsystem bei Verdacht auf eventuelle Abwehrschwächen getestet.

Zu den Corona-Risiko­grup­pen gehören nicht nur Patienten, die älter als 60 Jahre sind, sondern auch diejenigen, die an Herz-, Lungen-, Nieren- oder Leber­erkran­kungen leiden. Wenn ein Blut­hoch­druck oder ein Diabetes mellitus schlecht eingestellt sind, besteht ebenfalls ein hohes Risiko. Sollten mehrere Risiko­faktoren gleich­zeitig vorliegen, potenziert sich das Risiko.

Damit Sie während des Aufenthaltes bei uns vor einer Infektion geschützt sind, haben wir umfang­reiche Hygiene­maß­nah­men ver­anlasst.

In unserem Check-Up-Zentrum haben Patien­ten mit Infekten keinen Zu­tritt. Die Ein­gangs­türen sind ver­schlos­sen und wir lassen die Patien­ten nur einzeln eintreten. Jeder Patient bekommt von uns eine Mund-Nasen-Schutz­maske. Auch unsere Ärzte und Mit­arbeiter tragen bei Patien­ten­kontakt eine Schutz­maske.

Früher verein­barte Termine behalten ihre Gültig­keit und Sie brauchen sich nur zu melden, wenn Sie Infekt-Symp­tome haben oder Kontakt zu Corona-Patien­ten hatten.

Ihre Praxis­klinik für Diagnostik
Dr. Lunow & Partner

Schließen