Schlaganfall – Anzeichen ernst nehmen

Das ist ein typisches Alarmzeichen für einen möglichen Schlaganfall. Wer solche Symptome bei sich bemerkt, sollte umgehend den Rettungsdienst alarmieren.

Es muss (noch) nicht ein Schlaganfall sein. Es kann sich auch um eine kurzzeitige Durchblutungsstörung des Gehirns - eine transitorische ischämische Attacke (TIA) - oder einen leichten Schlaganfall handeln.

Eine TIA - auch Mini-Schlaganfall oder im Rheinland „Schlägelchen“ genannt - hat ähnliche Symptome wie der „große“ Schlaganfall. Glücklicherweise verursacht ein Mini-Schlaganfall keine bleibenden Hirnschäden und die Symptome bilden sich wieder zurück. Doch als Vorbote eines großen Schlaganfalls muss er dringend notfallmäßig behandelt werden.

Mini-Schlaganfall (TIA)

Ein Mini-Schlaganfall (TIA) ist auf dieselben Ursachen zurückzuführen wie ein großer Schlaganfall. Dabei ist die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen, so dass ganze Hirnregionen absterben. Bei einer TIA (Transitorisch ischämischen Attacke) ist die Blutversorgung nur kurzzeitig (transitorisch) blockiert und das Hirngewebe wird nicht dauerhaft geschädigt.

Meist ist eine Verkalkung der Arterien die Ursache einer TIA: ln der Halsschlagader (Karotis), die das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, können sich cholesterinhaltige Fettablagerungen (Plaques) bilden. Diese Plaques können sich als Gerinnsel lösen. Gelangt dieses Gerinnsel in ein Gefäß, das das Gehirn mit Blut versorgt, kann ein Mini-Schlaganfall ausgelöst werden.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine TIA. Nach einem Mini-Schlaganfall ist das Risiko für einen großen Schlaganfall bis zu drei Jahre lang erhöht.

Großer Schlaganfall

Etwa 80% aller Schlaganfälle werden durch eine Durchblutungsstörung (ischämisch) im Gehirn verursacht. Der große Schlaganfall oder Hirninfarkt ist die häufigste Form des Schlaganfalls.

Die Ursachen für einen Schlaganfall sind unterschiedlich. Chronische Herz-Kreislauf- Krankheiten steigern das Schlaganfall-Risiko. Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes, obstruktive Schlafapnoe, Vorhofflimmern, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und Verengungen der Halsschlagader (Karotisstenose) sind die häufigsten Risiko-Faktoren. Aber auch zu hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Bewegungsarmut, Rauchen und Alkoholmissbrauch erhöhen das Schlaganfall-Risiko.

Untersuchung nach einem Mini-Schlaganfall

Ein Mini-Schlaganfall ist ein „Vorbote“, denn häufig erleiden Patienten kurze Zeit später den großen Schlaganfall. Deshalb muss der Mini-Schlaganfall immer als ein medizinischer Notfall behandelt werden. Je früher die Behandlung nach einem Schlaganfall beginnt, desto weniger Nervenzellen werden dauerhaft geschädigt.

Der Arzt testet zunächst, ob man blinzeln und die Stirn runzeln kann und wie fest der Händedruck ist. Dann prüft er das Seh- und Sprachvermögen, das Berührungsempfinden der Haut und die Kraft in den Armen und Beinen. Hierbei erkennbare Probleme sind meist ein Anzeichen für eine Hirnschädigung.

Blutuntersuchungen können Hinweise auf andere Auslöser geben, etwa Unterzuckerung oder abnorm niedrige Natrium Spiegel. Der Arzt untersucht mit einem Farb-Doppler-Ultraschall , ob die Halsschlagader verengt ist. Ein Elektrokardiogramm (EKG) misst die elektrische Aktivität des Herzens und zeigt Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.

Im Krankenhaus (idealerweise in einem Haus mit einer sogenannten stroke unit) wird das Gehirn mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) genauer untersucht. Hat tatsächlich ein Schlaganfall stattgefunden, sind Hirnschäden erkennbar.

Andere Herzprobleme können mit weiteren Untersuchungen abgeklärt werden, zum Beispiel mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder einem Herzultraschall (Echokardiographie).

Bei anhaltenden Symptomen werden Medikamente verschrieben, die das Gerinnsel auflösen. Alternativ können Gerinnsel mit einem speziellen Katheter aus dem Gefäß entfernt werden.

Eine Schlaganfall-Therapie sollte innerhalb von wenigen Stunden begonnen werden.
Das Blutgerinnsel (Thrombus), das die Hirngefäße verstopft, kann innerhalb eines Zeitfensters von 4,5 Stunden mit einer sogenannten Lysetherapie durch ein Medikament aufgelöst werden.

Dem Schlaganfall vorbeugen

Frühe Schlaganfall-Behandlungen können eventuell bleibende Schlaganfälle verhindern. Das Ziel besteht ist, Durchblutung zu verbessern und zu behandeln, was die Blutzufuhr zum Gehirn blockiert hat.

Folgende Therapien können zum Einsatz kommen:

  • Thrombozytenaggregationshemmer 
verhindern, dass die Blutplättchen verklumpen und sich neue Gerinnsel bilden. Oft wird niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) oder Clopidogrel (Plavix) eingesetzt.
  • Antikoagulanzien
blockieren den Prozess der Blutgerinnung. Früher war es meist Marcumar, heute wird in der Regel mit den sogenannten NOAK wie z. B. Xarelto therapiert. Diese Therapie wird bei Vorhofflimmern oder Blutgerinnungsstörungen verordnet.
  • Operation
bei mittelgradig bis stark verengten Halsschlagadern können blockierende Plaques operativ entfernt werden (Karotis-Endarteriektomie). Alternativ kann auch ein Stent in die verengte Schlagader eingesetzt werden.

Um sich die wichtigsten Zeichen und Symptome eines Schlaganfalls zu merken, gibt es die FAST-Regel. Fast (englisch) heißt übersetzt "schnell - jeder Buchstabe hat eine eigene Bedeutung:

Face (Gesicht) - Mundwinkel hängen herab
Arms (Arme) - Schwäche in den Armen
Speech (Sprache)- Sprachstörungen
Time (Zeit) – schnelle Notversorgung einleiten

Das persönliche Risiko für einen Schlaganfall kann man durch eine entsprechende Lebensweise und durch Vorsorgeuntersuchungen wie ein Herz- und Gefäß-Check deutlich senken.

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