Schuppenflechte (Psoriasis)

Bei einer Schuppenflechte handelt es sich um eine Störung des Immunsystems. Sie verursacht unangenehme Beschwerden, wie gerötete, wunde, schuppige, trockene Hautstellen und vor allem Juckreiz. Psoriasis ist aber nicht nur eine Erkrankung der Haut.

Typischen Symptome der Schuppenflechte

  • Brennende oder wunde Haut, Juckreiz
  • Gerötete Hautstellen, bedeckt mit einer Schicht silbriger Schuppen
  • Trockene, rissige, leicht blutende Haut
  • Rillen oder Vertiefungen (Tüpfel) in den Nägeln, verdickte Nägel

Die Beschwerden treten in unterschiedlich wiederkehrenden Schüben auf. Solche mit nur geringen Beschwerden wechseln sich mit wochenlangen Phasen ab. Gelenkentzündungen (Psoriasis-Arthritis), begleitet von geschwollen Gelenken und unterschiedlichen Schmerzen, können als weitere Symptome der Schuppenflechte auftreten. Weitere gesundheitliche Probleme, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und das metabolischen Syndrom können in Verbindung mit einer Schuppenflechte entstehen.

Therapieoptionen bei Schuppenflechten

Die Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) richtet sich zunächst gegen die Entzündung und soll das Hautbild verbessern. Arzneimittel und UV-Lichttherapie, je nach Form und Schwere der Erkrankung sowie der betroffenen Hautbereiche, werden als milde Therapiemaßnahmen festgelegt. Stärkere Medikamente kommen erst danach und nur bei Bedarf zum Einsatz.

Topische (äußerliche) Behandlung
Cremes und Salben eignen sich für leichte bis mittelschwere Verlaufsformen. Sie werden üblicherweise als Erstes gegen Psoriasis-Symptome eingesetzt. Bei starken Symptomen werden diese "topischen" Mittel oft mit anderen Behandlungen kombiniert.

Phototherapie (Lichttherapie)
Die Hautzellenveränderungen können mit natürlichem oder künstlichem UV-Licht verlangsamt werden, die Schuppenbildung und die Entzündungsprozesse lassen sich dadurch eindämmen. Eine Lichttherapie kann gut mit anderen Behandlungen kombiniert werden - tägliche Sonnenbäder ist die einfachste Lichttherapie.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Verfahren mit künstlichem UV-Licht, die der behandelnde Arzt verschreiben kann, wie:

  • UV-8-Lichttherapie mit begrenztem Lichtspektrum (UV-8-Licht) 
zur Behandlung von einzelnen Psoriasis-Herden oder großflächigen Hautbereichen
  • Psoralen-UVA-Therapie (PU- VA) mit UV-A-Licht 
kombiniert mit einem Wirkstoff, der die Haut lichtempfindlicher macht
  • Lasertherapie mit Excimerlasern
konzentrierte UV-B-Strahlung wird auf erkrankte Hautstellen gelenkt

Diese Therapien bewirken Nebenwirkungen, von geröteter und trockener Haut bis hin zu Sonnenbrandreaktionen und langfristigen UV-Schäden. Auch können sie zu Hautkrebs führen.

Systemische (innerliche) Behandlung
Sollten sich die Symptome durch äußerliche Behandlung nicht bessern, sowie bei schweren Formen der Schuppenflechte, können Arzneimittel in Form von Tabletten oder Spritzen verabreicht werden. Dazu zählen:

  • Methotrexat
    Dieser Wirkstoff wird als Tablette eingenommen oder gespritzt. Er hemmt Entzündungen und reduziert das Wachstum der Hautzellen. Auch wird das Fortschreiten der Psoriasis-Arthritis aufgehalten. Methotrexat - niedrig dosiertes - gilt als gut verträglich. Magenprobleme, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit treten dennoch mitunter auf. Die ständige Kontrolle der Blutwerte und der Leberfunktion sind bei einer Behandlung mit Methotrexat notwendig.
  • Ciclosporin
    Ciclosporin unterdrückt das Immunsystem. Es wirkt ähnlich wie Methotrexat, steht dem Organismus aber schneller zur Verfügung. Ciclosporin erhöht das Risiko für Infektionen und andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs. Deshalb wird es normalerweise nur kurzfristig eingesetzt. Die ständige Kontrolle von Blutdruck und Nierenfunktion sind bei einer Behandlung mit Ciclosporin notwendig.
  • Retinoide
bei schwerer Schuppenflechte (Psoriasis) werden Wirkstoffe dieser Arzneimittelgruppe eingesetzt. Nebenwirkungen sind Hauttrockenheit und Haarausfall.
  • Biologika
    Arzneimittel aus dieser Gruppe werden meist gespritzt. Sie verändern das Immunsystem. Patienten, die auf konventionelle Therapien nicht ansprechen und an Gelenkentzündungen (Psoriasis- Arthritis) leiden, werden hiermit behandelt. Biologika werden unter besonderer Vorsicht eingesetzt, denn sie beeinflussen das Immunsystem, was schwerwiegende Infektionen nach sich ziehen kann. Eine ständige Untersuchung auf Tuberkulose ist bei der Behandlung mit Biologika wichtig.

Ständige Hautpflege

Hautpflege ist eine wichtige Grundlage, will man eine Schuppenflechte in den Griff bekommen. Ein tägliches Bad und danach eine Feuchtigkeitspflege sind probate Pflegemaßnahmen. Und immer wieder Sonnenlicht in wohldosierten Maßen, können die Symptome lindern.

In der Tabelle sind wichtige Arzneimittel zur äußerlichen (topischen) Anwendungen aufgelistet:

 

Äußerliche Behandlung Geeignet für

Kortisonsalben oder -cremes mit: Hydrocortison, Triamcinolon, Fluocinonid (Topsym), Betamethason, Clobetasol 

mit niedriger Dosierung für empfindliche Hautbereiche wie Gesicht und Hautfalten; chronischen Plaques können mit höher dosierten Präparaten behandelt werden 

Vitamin-D-Abkömmlinge: Calcipotriol (Diavoncex), Calcitriol (Silkis)

Leichte bis mittelschwere Psoriasis, oft in Kombination mit anderen Behandlungen 

Dithranol / Cignolin (Psoradexan)

Anhaltende 
Psoriasis der Kopfhaut

Topische Retinoide: Tazaroten (Zorac)

Leichte bis mittelschwere Psoriasis

Calcineurin-Hemmer: Tacrolimus (Protopic), Pimecrolimus (Elidel)

Bereiche mit empfindlicher Haut, die durch andere Wirkstoffe gereizt werden könnten, z. B. an den Augen

Shampoos mit Salicylsäure, Lösungen zur Anwendung auf der Kopfhaut

Psoriasis der Kopfhaut

 

 

 

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