Allergie und Psyche hängen zusammen

Bei vielen Allergikern schlagen schon die Alarmglocken, wenn ein etwaiger Pollenflug angekündigt wird. Das erste Jucken in der Nase löst Stress aus und das Immunsystem schwächelt. Im schlimmsten Fall trifft den geplagten Allergiker der Pollenflug mit unnötiger Heftigkeit. Wer hingegen gelassener den allergieauslösenden Reizen entgegentritt, hat bessere Chance den Ausbruch weniger stark zu erleben. Ein therapeutischer Ansatz in der Behandlung, welcher die Psyche des betroffenen Allergikers berücksichtigt, kann daher einen größeren Erfolg haben, als eine reine Ursachenbekämpfung. In der Kindermedizin ist dies schon seit langem bekannt und wird in der Behandlung von Allergien angewendet. In der Erwachsenenmedizin spielt die Psyche in der Therapie der Allergiesymptome meist keine Rolle.

Heftigkeit der Allergie durch Stress bedingt

Dabei ist es erwiesen, dass ein durch Stress geschwächtes Immunsystem sich auch in der Heftigkeit einer Allergie negativ auswirkt. In der Kindermedizin werden mögliche psychische Probleme, wie Schwierigkeiten in der Schule oder die Trennung der Eltern, bei jungen Patienten mit einer Neurodermitis oder schwerem Asthma in der Behandlung berücksichtigt. In vielen Fällen raten Kinderärzte dabei zu einer begleitenden psychotherapeutischen Behandlung, um die Symptome der Allergie zu mildern. Denn psychischer Stress schwächt das Immunsystem. Der allergiegeplangte Körper hat nicht genügend Abwehrkräfte, um der den allergieauslösenden Stoffen entgegenzuwirken. Was den Stress auslöst ist dabei egal. So kann bei erwachsenen Patienten schon alleine die Angst vor dem krankmachenden Allergen – egal ob Pollen, Gluten, Laktose, Fruktose oder anderes – zu einer Übersensibilität führen. Die Folge ist eine Verunsicherung des Patienten. Beispielsweise weil nicht alle Schutzmechanismen eingehalten werden können oder instinktiv die ganze Zeit auf das Einsetzen der Symptome gewartet wird. Die Folgen der emotionalen Reaktion sind verstärkte Symptome bei Asthma, Heuschnupfen, Ausschlag, Verdauungsstörungen und andere Leiden. Wer hingegen entspannt den allergieauslösenden Faktoren gegenübertritt, wird in der Regel die Symptome weniger heftig erleben.

Psycho-Neuro-Immunologie als Therapieansatz

Dabei geht es nicht darum, die Allergie schön zu reden. Letztlich kann auch ein stressfreier Umgang mit der Allergie diese in der Regel nicht beheben. Ziel der Psycho-Neuro-Immunologie ist es vielmehr durch eine starke Psyche die Auswirkungen allergischer Reaktionen positiv zu beeinflussen. Diese Annahme beruht auf der erwiesenen Tatsache, dass Nerven- und Immunsystem miteinander verbunden sind. Das heißt, Botenstoffe wie Interleukine, Endorphine und die Stresshormone Kortisol und Adrenalin bedingen sich und können gezielt in der Therapie von Allergien eingesetzt werden. Wer die Erkenntnisse der Psycho-Neuro-Immunologie anwendet, kann somit mit einigen Tricks und etwas Übung den nächsten Allergieschub besser zu überstehen.

Tipps für eine starke Psyche, wenn die Allergie kommt

Führen Sie ein Anti-Allergie-Tagebuch. Tragen Sie ein, in welcher psychischen Verfassung die Symptome am schwächsten sind. So entwickelnd Sie langfristig eine Strategie, um bestenfalls negative Situationen zu vermeiden. Sorgen Sie zudem für Momente der Entspannung und Ruhe in ihrem Alltag. Hören Sie weg, wenn die nächste Pollenvorhersagen oder andere Warnhinweise kommen. Vertrauen Sie lieber auf Ihren Körper. Wenn die Symptome stark sind, können Sie immer noch nach den Ursachen suchen (das gilt natürlich nicht bei lebensgefährlichen Allergien wie bei bestimmten Lebensmitteln oder Wirkstoffen). Tricksen Sie sich aus und stellen Sie sich eine gläserne Wand in ihrem Körper vor, die wie ein Schutzschild wirkt. Studien von Psycho-Allergologen haben mit dieser Methode Erfolge erzielt. Auf keinen Fall übertrieben reagieren. Die meisten Allergene sind kein Gift, sondern natürliche Substanzen. Wenn alles nicht hilft, suchen Sie eine psychotherapeutische Beratungsstelle auf oder einen Psychotherapeuten, wenn die Ängste gegenüber Allergenen zu groß sind.

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