Warum eine Schilddrüsenüberfunktion gefährlich ist

Dass man im Rahmen einer gesunden Ernährung auf die Aufnahme von Jod achten sollte, ist mittlerweile Allgemeingut. Gleichwohl sind rund 15% aller Fälle von Schilddrüsenüberfunktion auf die Einnahme zu großer Mengen Jod – etwa zur Kropfvorbeugung – zurückzuführen. Allerdings geschieht dies weniger über die Nahrung als über Medikamente, Desinfektionsmittel oder jodhaltige Röntgenkontrastmittel.

Daneben zählen Veranlagung und Autoimmunerkrankungen zu den Hauptursachen für eine Überfunktion. Bei Letzteren wenden sich Antikörper gegen den eigenen Körper und regen die Schilddrüse an, vermehrt Hormone zu bilden. Bei älteren Menschen ist die sogenannte Schilddrüsenautonomie oftmals Auslöser: Unabhängig vom Bedarf und von der Steuerung durch die Hirnanhangsdrüse produziert die Schilddrüse zu große Mengen an Hormonen.

Aber was passiert, wenn die Schilddrüse so zu einer Überfunktion angeregt wird? „Bei einer krankhaften Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kommt es in unserem Körper zu einem Überangebot: Die Hormone Tetrajodthyronin (Thyroxin/T4) und Trijodthyronin (T3) gelangen in einer permanent erhöhten Menge in den Blutkreislauf und beeinträchtigen unseren regulären Stoffwechsel“, berichtet Dr. Reinhold Lunow, Internist und ärztlicher Leiter der Praxisklinik für Präventivmedizin und Diagnose in Bornheim nahe Köln und Bonn. Seit über 25 Jahren behandelt der Spezialist Patienten, die an einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) leiden.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann bedrohliche Formen annehmen

Frauen sind rund fünfmal häufiger von einer Überfunktion der Schilddrüse betroffen als Männer. Die Folgen der Erkrankung können unspezifisch sein, aber auch dramatische Formen annehmen. Zu den Symptomen zählen:

  • Nervosität, Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen
  • erhöhter Puls, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, beengendes Gefühl in der Herzgegend
  • erhöhte Körpertemperatur, Überempfindlichkeit gegen Wärme, Schwitzen
  • Gewichtsverlust trotz starken Hungergefühls
  • Muskelkrämpfe und Zittern
  • Durchfall
  • brüchige Fingernägel und Haare, Haarausfall
  • erhöhter Insulinbedarf bei bestehendem Diabetes mellitus

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Besonders heikel: Aufgrund ihrer erhöhten Konzentration wirken die Hormone wie Giftstoffe auf den Körper. In akuten und schweren Fällen kann sich eine thyreotoxische Krise entwickeln mit lebensgefährlichen Zuständen wie Herzrasen, Funktionsschwäche der Nebennieren bis hin zu Kreislaufversagen.

Nutzen Sie den Schilddrüsen-Check der Praxisklinik Bornheim

„Ein Schilddrüsen-Check gehört daher unbedingt in den Rahmen der individuellen Vorsorge und sollte immer von einem Spezialisten durchgeführt werden“, sagt Dr. Lunow. „In unserer Praxisklinik führen wir dazu eine Sonografie der Schilddrüse durch, ein schonendes Verfahren, das im Gegensatz zu anderen Untersuchungsmethoden vollkommen strahlungsfrei ist. Ebenfalls gehört eine Bestimmung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie des Steuerhormons TSH zur Untersuchung.“

Bislang lässt sich eine Schilddrüsenüberfunktion nicht ursächlich behandeln. Wer selbst vorbeugen möchte, kann dies mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung mit optimaler Jod-Zufuhr tun, etwa durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz und dem Verzehr von Seefisch mindestens ein- bis zweimal pro Woche.

„Wer sich hinsichtlich seiner Schilddrüse unsicher ist oder unter unklaren Beschwerden leidet, die mit einer Überfunktion der Schilddrüse zusammenhängen könnten, sollte sich kurzfristig für einen Schilddrüsen-Check entscheiden, um auf der sicheren Seite zu sein“, rät Dr. Lunow.

 

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