Rückenschmerzen können auf innere Erkrankung hinweisen

Ob Hexenschuss, Bandscheibenvorfall oder gar ein Wirbelbruch – Rückenschmerzen können durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Rückenschmerzen zählen heute zu den Volkskrankheiten, ihre Diagnose jedoch bedarf einer genauen Untersuchung, denn bei rund 70 Prozent aller Betroffenen lässt sich keine spezifische Ursache feststellen.

„Dann handelt es sich meist um Muskelverspannungen im Bereich von Armen, Schulter und Rücken, die zwar sehr schmerzhaft sein können, sich aber mit einfachen Maßnahmen beheben lassen“, sagt der Internist Dr. Reinhold Lunow, ärztlicher Leiter der Praxisklinik Bornheim zwischen Köln und Bonn. „Viele Patienten nehmen aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung ein, um die betroffene Körperregion zu entlasten. Dann sind zu Beginn der Therapie Schmerzmittel angezeigt, um eine natürliche Bewegung zu ermöglichen, die ihrerseits den verkrampften Muskel löst.“

Neben Muskelverspannungen sind vor allem traumatische und degenerative Vorgänge für Rückenschmerzen verantwortlich: etwa ein akuter Bandscheibenvorfall oder eine Osteoporose, die den Knochen im Laufe der Zeit porös und damit anfällig für Frakturen macht.

Rückenschmerzen durch Entzündungen

Auch Entzündungen kommen als Auslöser infrage. Beispiel Morbus Bechterew: Unbehandelt führt diese Entzündung zu einer chronischen Verkrümmung und Versteifung der Wirbelsäule. Die Betroffenen können schließlich nicht mehr aufrecht, sondern nur noch vornübergebeugt gehen. Auch hier steigt das Risiko für Knochenbrüche und weitere Entzündungen, vor allem im Darmbereich. Ebenso kann ein unerkannter Tumor die Schmerzen im Rücken auslösen.

LWS Schmerzen Maridav Fotoliacom Gesundheitscheck Vorsorgeuntersuchung Diagnoseklinik

„Grundsätzlich sollte man bei Rückenschmerzen auch an eine internistische Ursache denken“, so Dr. Lunow. „Eine Gastritis, eine Lungenembolie oder gar ein Herzinfarkt können bis in den Rücken ausstrahlen und heftige Schmerzen verursachen. Gleiches gilt für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine Gürtelrose, Borreliose oder eine Gallenkolik. Ebenso können Nieren- oder Harnleitersteine starke Schmerzen im LWS-Bereich hervorrufen. Selbst eine gynäkologische Erkrankung kommt infrage.“

Aber auch psychische Belastungen können auf den Rücken schlagen und zu Schmerzen führen. „Chronischer Stress zum Beispiel steigert die Empfindlichkeit der Nerven, die die Rückenmuskulatur kontrollieren. Bleibt die Muskulatur über einen längeren Zeitraum angespannt, sind Verspannungen die Folge mit Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken“, erläutert Dr. Lunow.

Gehen Rückenschmerzen mit einem Taubheitsgefühl, Empfindungsstörungen oder einer Muskelschwäche einher, sollte man sofort den Arzt aufsuchen. Ebenso, wenn die Schmerzen zwar nachlassen, stattdessen jedoch Lähmungserscheinungen auftreten. Dies kann ein Hinweis auf lädierte Nerven sein, etwa nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Wirbelfraktur. Eine ärztliche Abklärung ist ebenfalls angeraten, wenn die Schmerzen in Rücklage zunehmen und besonders stark nachts auftreten.

Auch allgemeinen Symptomen wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder rasche Ermüdung, die sich ohne erkennbaren Grund einstellen, sollte man mit einem Arztbesuch auf den Grund gehen. „Die Vielfalt möglicher Ursachen zeigt, dass man bei Rückenschmerzen erst nach einer ärztlichen Untersuchung auf der sicheren Seite ist“, so Dr. Lunow. „Mit einem gründlichen Check-up hat man schnell Gewissheit und kann die individuell passende Therapie einleiten.“

Rückenschmerzen mit Schulmedizin und Naturheilkunde therapieren

In der Praxisklinik Bornheim verbinden die Spezialisten für Diagnostik und Vorsorge hierzu Schulmedizin mit Naturheilkunde – gerade auch bei der Behandlung von Rückenleiden. „Neben Mitteln der inneren Medizin eignen sich bei der Therapie von Rückenschmerzen vor allem auch Maßnahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin, Akupunktur, Atem- und Entspannungsübungen wie Yoga“, so Dr. Lunow. Die Experten geben außerdem Tipps und Anleitungen für eine gesunde Ernährung und den richtigen Sport.

Wirbelsaeule Rueckenschmerz psdesign1 Fotoliacom Gesundheitscheck Vorsorgeuntersuchung Diagnoseklinik

Gerade bei Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule sollte man auf mehr Bewegung und Ausdauersport achten. Zugleich ist Vorsicht geboten: Bewegungen, die zu Stauchungen der Wirbelsäule führen (Reiten, sportliches Jogging), sind ebenso zu vermeiden wie solche, bei denen die Wirbelsäule überstreckt oder der Rumpf mit Drehbewegungen belastet wird (Golf, Tennis, Squash).

Bei Rückenschmerzen kommt es auf die richtige Bewegung an

„Auf jeden Fall sollte man zunächst mit seinem Arzt beraten, welche Sportart sinnvoll ist und tatsächlich hilft. Sonst läuft man gerade bei Rückenschmerzen Gefahr, die Beschwerden noch zu verschlimmern“, warnt Dr. Lunow. Oft hilft schon eine Kombination aus körperlichen Aktivitäten und Entspannungstechniken, um die Muskulatur zu wärmen und zu lockern.

Der einfachste Weg zu einem gesunden Rücken führt über mehr Bewegung im Alltag. Dazu Dr. Lunow: „Wer viel im Sitzen arbeitet, sollte öfters seine Sitzposition und seine Körperhaltung ändern. Und schon mit einfachen Bewegungsübungen in Schultern und Armen regt man die Durchblutung dieser Muskulatur an und beugt Verspannungen vor.“

(Bilder: Maridav-Fotolia.com; psdesign1-Fotolia.com)

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