Durchfallerkrankungen: Nicht nur EHEC ist gefährlich!

Etwa jeder Dritte erkrankt einmal im Jahr an Durchfall. Die Sterberate ist dabei jedoch sehr gering. Nur jeder tausendste Patient, der eine Durchfallerkrankung hat, stirbt auch an dieser. Durch die hohe Anzahl von Durchfallerkrankungen sind es immerhin pro Jahr dennoch 3000 Patienten die – auch schon vor EHEC – an Durchfallerkrankungen sterben.

Die häufigsten Ursachen von Durchfallerkrankungen sind Infektionen, Komplikationen nach Medikamenteneinnahme (besonders Antibiotika), Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder auch Reizdarm und Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z. B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz.

Die häufigsten bakteriellen Erreger sind u. a. Salmonellen, die meist durch eine Lebensmittelvergiftung entstehen. Als Infektionsquellen kommen besonders Hackfleisch oder Speisezubereitungen, die mit rohen Eiern hergestellt wurden, in Frage. Bei einer Infektion mit Salmonellen kann es wenige Stunden, aber auch bis zu drei Tage nach der Infektion zu den Symptomen kommen. Diese sind u. a. wässriger Durchfall, der unter Umständen auch blutig sein kann, Bauchschmerzen, evtl. Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Die Krankheit dauert meist nur einige Tage, die Keime können jedoch bis zu sechs Wochen, bei Säuglingen sogar einige Monate ausgeschieden werden. Nur in besonderen Fällen sind Antibiotika bei der Therapie einer Durchfallerkrankung durch Salmonellen sinnvoll.

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Escheria (E.coli) ist durch die EHEC-Epidemie sehr populär geworden. Die Kolibakterien kommen auch in einer nicht krankmachenden Form vor. Dann sind diese Kolibakterien Bestandteil der gesunden Darmflora. Die enteropathogenen E.coli (EPEC) dagegen lösen oft Darminfektionen bei Neugeborenen und Säuglingen aus. Erwachsene sind weniger oft betroffen. Infektionen mit einem enterotoxinbildenden Stamm (ETEC) führen zu wässrigen Durchfällen. Dies ist eine häufige Ursache für den sogenannten Reisedurchfall.

Bei der durch die kürzliche Epidemie populär gewordenen enterohämorrhagischen E.coli (EHEC) handelt es sich um einen Erreger, der beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen auslöst. Die Inkubationszeit beträgt etwa 11 – 12 Tage. Besonders gefürchtet ist das hämolytisch-urämische Syndrom, in deren Folge es zu Nierenversagen kommen kann.

Auch Viren sind häufige Erreger von Durchfallerkrankungen. Die Rotaviren z. B. verursachen akute Durchfallerkrankungen bei Kindern und Säuglingen. Auch Noroviren können Epidemien in Kindergärten und Altenheimen auslösen. Noroviren werden nicht nur wie die anderen o. g. Erreger durch eine Schmierinfektion übertragen, sondern auch durch eine Tröpfcheninfektion beim Erbrechen. Bei Viren ist die Inkubationszeit meist sehr gering, oft nur ein bis drei Tage.

Wann Sie bei Durchfall zum Arzt gehen sollten

Bei Auftreten von Fieber, wenn der Durchfall länger als ein bis zwei Tage dauert, wenn es zu einem blutigen Durchfall gekommen ist, bei Auftreten von Schmerzen im Bauchraum, Schüttelfrost oder Erbrechen. Bei vorbestehenden Erkrankungen wie z. B. Herz- oder Nierenerkrankungen sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt konsultieren. Auch wenn Sie älter als 65 Jahre sind, kann eine Durchfallerkrankung sehr schnell zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust führen.

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie möglichst keine durchfallbekämpfenden Medikamente wie z. B. Imodium (Loperamid) nehmen. Imodium verzögert die Darmentleerung, was jedoch eine rasche Ausscheidung der Erreger verhindert. Dies kann zu einem verzögerten Krankheitsverlauf führen. In jedem Einzelfall muss jedoch immer abgewogen werden, ob durch Medikamente wie Imodium eine Gefährdung durch zu starken Flüssigkeitsverlust bekämpft werden muss oder ob man nicht doch besser die Erreger schnell ausscheiden lässt.

Die verlorene Flüssigkeit und der Mineralienverlust kann durch Rehydrierungslösungen aus der Apotheke (z. B. Elotrans) behoben werden. Auch leicht gesüßter Tee ist sinnvoll. Cola wird in letzter Zeit wie andere süße Limonaden nicht mehr empfohlen, da diese Getränke einen zu hohen Zuckergehalt haben, der die Austrocknung des Körpers eher verstärken kann.

Falls Sie an ständig rezidivierenden Durchfällen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache klären zu lassen.

Ein weiteres Medikament ist die sogenannte Nikotinsäure. Mit Dosen von etwa 1 bis 2 Gramm täglich können die Triglyceride und das Cholesterin um etwa 30% gesenkt werden. Nikotinsäure ist dabei das wirksamste Medikament zur Erhöhung des HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin). Nikotinsäure ist auch das einzige Medikament, das zu einer Senkung des sogenannten Lipoprotein A führen kann. In Deutschland wird Nikotinsäure relativ selten eingesetzt, da es nicht sehr gut vertragen wird. Eine häufige Nebenwirkung ist ein sogenannter Flush (Hautrötung, Hitzegefühl und Juckreiz).

Cholesterinerhöhungen, die sich als therapierefraktär erweisen, können in Ausnahmefällen auch mit einer sogenannten LDL-Apharese (Plasma-Austausch) behandelt werden.

Zurzeit befinden sich noch weitere Medikamente in der Entwicklung, die zu einer ausreichenden LDL-Senkung führen sollen. Insbesondere Antikörpertherapien versprechen in diesem Bereich einen erheblichen Fortschritt in der medikamentösen Therapie erhöhter Cholesterin-Werte.

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