Das Bauchaortenaneurysma: Rechtzeitige Vorsorge rettet Leben

Unklare Bauch- oder Rückenschmerzen, Schwindel, Spannungen in der Brust, Obstipation (Verstopfung) und Diarrhö (Durchfall) im Wechsel, vermehrter Harndrang – was viele nicht wissen: Hinter derlei Beschwerden kann auch ein Bauchaortenaneurysma stecken. Dabei handelt es sich um eine Aussackung der Bauchschlagader. Besonders gefährlich ist diese Erkrankung, da sie sich langsam entwickelt und lange Zeit ohne Symptome einhergeht. Kommt es aber plötzlich zu einem Riss (Ruptur), besteht akute Lebensgefahr durch inneres Verbluten, da innerhalb kürzester Zeit sich große Mengen Blut in den Bauchraum ergießen.

Eine solche Aussackung belastet im Laufe der Zeit immer mehr die Gefäßwände der Aorta, so dass sie es zu Einrissen kommen kann. Das Risiko für eine plötzliche Ruptur steigt mit der Größe der Erweiterung. Am häufigsten tritt ein Aneurysma der Bauchschlagader im Alter zwischen 60 und 80 Jahren auf, wobei Männer 4-6mal häufiger als Frauen betroffen sind.

Auch Gefäßverschlüsse drohen

„Aber auch ohne, dass es zum Einriss kommt, birgt das Aneurysma Gesundheitsrisiken“, weiß Dr. Reinhold Lunow, ärztlicher Leiter der Praxisklinik Bornheim nahe Köln und Bonn. „Im Bereich der Aussackung können Blutgerinnsel entstehen. Lösen sie sich und wandern mit dem Blutstrom in die Beinarterien, sind akute Gefäßverschlüsse sogenannte Embolien die Folge. Es kann zu Gefühlsstörungen und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit kommen, schließlich kann sogar Gewebe absterben.“

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Bei der Bewertung des Risikos, ein Aortenaneurysma zu erleiden, gelten folgende Kriterien: Lebensalter über 50 Jahre, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, hoher Cholesterinspiegel, starkes Übergewicht, Rauchen und Vererbung. Ebenso kann eine Entzündung, ausgelöst etwa durch Arteriosklerose, die Aorta schwächen und Einrisse verursachen.

Dr. Lunow empfiehlt daher eine ärztliche Untersuchung, falls eine oder mehrere dieser Risikofaktoren vorliegen. Oft wird ein Aneurysma rein zufällig im Rahmen einer anderweitigen Untersuchung festgestellt, etwa bei einer Computertomographie oder einer Knochenaufnahme der Lendenwirbelsäule. „Bereits mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung lässt sich ein Bauchaortenaneurysma entdecken“, erläutert der Experte für Diagnostik und Präventivmedizin.

Liegt ein Aneurysma vor, entscheiden seine Größe und etwaige Beschwerden über die weiteren Maßnahmen. Bei einem Durchmesser von unter 5 cm ist in der Regel kein operativer Eingriff notwendig. Allerdings stehen dann regelmäßige Kontrollen alle 3 bis 6 Monate auf dem Programm, um Veränderungen frühzeitig erkennen zu können. Auch weitere ursächliche Erkrankungen, etwa eine Hypertonie, müssen in Angriff genommen werden.

Vergrößert sich aber das Aneurysma schnell und verursacht Beschwerden, steigt das Risiko einer Ruptur und ein operativer Eingriff ist angesagt. Hier stehen zwei Wege offen. Erstens eine Bauchoperation, bei der eine Kunststoffprothese eingesetzt wird. Zweitens kann über die Leistengefäße ein sogenannter  Stentgraft eingesetzt werden. Diese Gefäßstütze passt sich an die Aortawand an und dichtet sie ab.

Die Empfehlung: eine frühzeitige Vorsorgeuntersuchung

„Wichtig ist die frühzeitige Diagnose, um dieser schleichenden Erkrankung wirkungsvoll begegnen zu können“, so Dr. Lunow. „Eine entsprechende Check-up-Untersuchung, speziell eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße sollte man durchführen, noch bevor die ersten Beschwerden vorliegen.“

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